Integrative Körpertherapie - München
Rolfing & Co

Rolfing, Posturale Integration (P.I.),
Strukturelle Körpertherapie, Somatic Integration, oder auch Rebalancing: Dies alles sind unterschiedliche Bezeichnungen für ein System tiefer Bindegewebs-Körperarbeit, das auf Ida Rolf zurückgeht und am Esalen-Institut in Californien ursprünglich gelehrt wurde.

Die verschiedenen Varianten dieser manuellen Körpertherapie unterscheiden sich weitgehend darin, wie sehr der rein strukturelle Aspekt der körperlichen Auf- und Ausrichtung im Vordergrund steht. Rolfing betont sehr die an der Schwerkraft orientierte Körperhaltung, während die anderen Methoden auch die psychologische, emotionale und energetische Ebene mit ansprechen.





Allen gemeinsam ist die grundsätzliche Arbeit am Tiefenbindegewebe, an der tiefen Muskulatur und deren Umhüllung, den Faszien.

Damit gemeint ist die Gesamtheit dieses körperweiten faserig-kollagenen Kommunikations-Netzwerkes, das unsere Muskeln, Sehnen, Knochen und Organe umgibt in unzähligen Häuten, Hüllen, Taschen und Septen.

A.T. Still,
der Begründer der Osteopathie, erkannte vor mehr als 100 Jahren bereits die äußerst grosse Bedeutung der Faszien und nannte sie sogar die "Zweigstellen des Gehirns", um anzudeuten, wie eng dieses Fasernetz mit dem zentralen Nervensystem kommuniziert und verschaltet ist.

Für Robert Schleip, den bekannten Münchner Rolfer und Faszienforscher, sind die Faszen "der Hauptsitz des sogenannten Embodiment, also der Frage, ob und wie gut jemand in seinem Körper zuhause ist".

Hier im Gewebe ist unsere gesamte Lebensgeschichte gespeichert. Unsere physischen und psychischen Traumata, unsere Überlebensstrategien, inneren Einstellungen, und Kern-Überzeugungen sind hier "verkörpert".
Und eben Hier (und Jetzt) können wir wieder beginnen, unseren Körper und unser gesamtes energetisches System neu zu "justieren". Egal, wie weit wir uns
im Laufe unseres Lebens entfernt haben von unserer inneren Symmetrie, von unserer "ursprünglichen Natur".

Ziel der Strukturellen Körperarbeit

"If you can imagine how it feels to have a fluid, light, balanced body, free of pain, stiffness & chronic stress, at ease with itself and in the gravitational field, then you will understand the goals of Structural Integration".
Dr. Ida P. Rolf

Strukturelle Körperarbeit ist ein Prozess der körperlichen Neustrukturierung. Im Sinne von Ida Rolfs "Structural Integration" arbeiten wir gemeinsam an der Auflösung von Verspannungen und Bewegungseinschränkungen durch systematisches Dehnen und Verlängern der Faszien, die den Muskeln ihre Form geben. Dadurch kann der Körper sich wieder freier und effizienter bewegen, er kann zu seiner ihm gemässen, optimalen Haltung und Entspannung zurückfinden.

Systematisch scannen wir zu Beginn jeder Behandlung den gesamten Körper durch (sogenanntes "Body-Reading"), auf der Suche nach Spannungsmustern. Diese können sich äußern in einer flachen Atmung, hochgezogenen Schultern, chronischen Kopfschmerzen, einem festgehaltenen Becken,einer Skoliose der Wirbelsäule, bis hin zu einem Bandscheibenvorfall. Die psychische Entsprechung kann dabei eine ängstliche, rigide oder auch depressive Grundstimmung sein.

Die Arbeit beginnt damit, dass meine Hände auf langsame, einfühlsame und sanfte Weise
die Berührung aufnehmen mit dem Körpergewebe, und damit von aussen einen Impuls setzen. Das Tempo dabei ist wichtig: "Geschwindigkeit ist der Feind der Sensibilität"!
Mit tiefen und auch teils dynamischen Griffen und Strichen wird im weiteren Verlauf  am "Körperpanzer" (Wilhelm Reich), d.h. jenen muskulären und bindegewebigen Verspannungen, die das gesunde Strömen und Pulsieren im Körper behindern, angesetzt.    
Ihre Mitarbeit wird darin bestehen, den gesamten Prozess von innen mit Ihrem Bewusstsein, Ihrem Atem und kleinen lokalen Bewegungen zu begleiten. Durch die aktive Beteiligung des Klienten am Prozess verbessert sich über die Messfühler im jeweiligen Muskel (sogenannte Muskelspindeln und Dehnungsrezeptoren) die Eigenregulation des Organismus, und es kommt zu einer optimalen Entspannung der Muskelfasern.

Im Verlauf werden sogenannte myofasziale "Triggerpunkte" im Gewebe aufgespürt. Dies sind kleine, schmerzhafte bindegewebige Verklebungen, die aufgrund ihrer Mangelversorgung mit Blut und Nährstoffen (Hypoxie) sehr häufig für Schmerzen und Funktionseinschränkungen im gesamten muskulo-skelettalen System verantwortlich sind. Dabei ist zu bedenken, dass die akuten Beschwerden oft fernab vom entsprechenden Triggerpunkt auftreten, d.h. an einer möglicherweise ganz anderen Stelle des Körpers. Der Ort der akuten Beschwerden ist also oft nicht die Ursache für den Schmerz, sondern nur das letzte Glied einer längeren Kompensations-Kette. Ähnlich einer Sicherung in einem Stromkreis:  Wer käme dabei auf die Idee, der Sicherung die Schuld am Stromausfall zu geben?

Der Schmerz am Triggerpunkt wird vom Klienten als "sein Schmerz" wieder erkannt, was in der Regel kurzfristig unangenehm ist. Durch die Komprimierung, Dehnung und Lösung des Triggerpunktes geht dieser Schmerz jedoch sehr bald in das allseits bekannte "Wohlweh" über, dem ersten Zeichen der Besserung...